Freitag, 4. Juni 2010

Galápagos - ein Besuch im Paradies, Ecuador (21.05.-04.06.10)

Buenos dias amigos,

heute melden wir uns aus dem Paradies - vom Galapagos-Archipel! Der letzte Tag unserer Hochzeitsreise neigt sich dem Ende, es ist nun fast dunkel und wir dachten, es sei eine gute Idee, unsere Eindrücke und Bilder ganz frisch auch von hier zu versenden.

Wir möchten Euch nicht wieder mit einer überlangen Einleitung langweilen, daher in Kürze das Wichtigste:

ES WAR PHANTASTISCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Erster Klasse (!) ging es vor genau zwei Wochen los, in der größten Stadt Ecuadors Guayaquil, über die wir hier nicht reden wollen....


Nach etwa 1,5 Stunden sahen wir die ersten Inseln von oben - wir waren total aufgeregt. Für Corinna ging ein Traum in Erfüllung, den sie schon seit ihrer Jugend hatte und ich konnte nicht glauben, das wir wirklich in dieses einzigartige Naturparadies flogen. Am Miniflughafen auf der kleinen Insel Baltra nahm uns unser Guide Harry in Empfang. "Uns" bedeutet sechs Neuankömmlinge aus Holland, USA und uns beiden aus Germanien. Per Bus, Boot und wieder Bus ging es von Baltra auf die Hauptinsel des Archipels Santa Cruz (da sind wir auch gerade). Mit dem Zodiak wurden wir durch das türkisfarbene Wasser und heftige Brandung zu unserem Schiff gebracht, dem nagelneuen Katamaran "Treasure of Galapagos" Dort wurden wir auf die Kabinen verteilt, bevor wir mit einem leckeren Essen auf unserem stark schaukelnden neuen Zuhause begrüßt wurden (das Bild entstand ein paar Tage später ohne Wellen...)


Unsere Kabine begeisterte uns: 19 m², Balkon, großes Fenster und ein Bad mit richtigem Klo und Dusche für zwei. So soll's sein auf Hochzeitsreise (Riesendank an die Sponsoren in Escherode).

Soviel zur "Technik", nun zu unserer Reise und den Tieren, dem Hauptgrund unserer Reise hierher. Galapagos besteht aus dreizehn größeren und sechs kleineren Inseln sowie 14 Eilanden, die zusammen eine Fläche von 7.882km² bedecken. Praktisch das gesamte Archipel ist heute Nationalpark. Der exponierten Lage sowie den hier zusammentreffenden warmen und kalten Meeresströmungen ist es zu verdanken, dass sich die Tier-und Pflanzenwelt so entwickeln konnte. Etwa 50% der Flora und Fauna an Land sind endemisch sowie etwa 20% der im Wasser lebenden Tiere und Pflanzen. Der Schutz der einzigartigen Flora und Fauna wird sehr ernst genommen, was man auch sieht. Der Einfluss der inzwischen 25.000 Inselbewohner und der Touristen ist jedoch auch unübersehbar. Unser Guide Harry stellte sich als sehr gut gebildet und interessiert heraus. Dass er seine Heimat mit all ihren tierischen Bewohnern liebt, konnte man jeden Tag auf's Neue erleben. Unsere "Treasure of Galapagos" brachte uns zu einer guten Auswahl an Inseln: Santa Cruz, Seymour, Bartolomé, Plaza Sur, Santa Fe, San Christobal, Espanola, Floreana und Isabella. Meist fuhren wir gegen zwei Uhr nachts los und kamen dann rechtzeitig zum Wecken am neuen Ort an. Mit dem leisen und komfortablen Schiff war das super so. Nur zweimal fuhren wir abends los - einmal davon vor dem Abendessen, was für unseren Koch enttäuschend war, da die Hälfte des Essens nicht angerührt wurde (nix stiller Ozean...). Eine Zuordnung der Bilder zu den einzelnen Inseln machen wir hier nicht - es geht ja doch in erster Linie um die Tiere gelle? :-) Dieser junge Kollege empfing uns bei einem Landgang am frühen Morgen ohne Scheu.


...und fand Gefallen an uns - besonders an Corinna, was ich durchaus nachvollziehen kann...


Dann sahen wir sie, die Prachtfregattvögel.....


...pünktlich zur Paarungszeit. Die Männchen blasen ihren Kehlsack auf, der in leuchtendem Rot das Interesse der Weibchen wecken soll.


Gleich danach besuchten wir eine Kolonie der Blaufußtölpel. Ebenfalls beeindruckende Vögel, die statt eines auffälligen Kehlsacks mit ihren besonderen Füßen werben - hier jedoch Männchen und Weibchen.



...und nochmal ein Portrait vom Weibchen...


Praktisch jede Insel hat eine eigene Art, Unterart oder Variation von Landleguanen. Wir konnten sie an unterschiedlicher Größe und Farbe mehr schlecht als recht unterscheiden. Wer auch immer uns da gerade entgegenkommt - er ist beeindruckend. Ein selbstbewußter Galapagos-Drache!


Hier sitzt eine Gabelschwanzmöwe zum Fototermin. Graziöse Tiere, diese perfekten Flieger. Uns fiel auf, dass sie ein netteres Sozialverhalten zeigen, als die Möwen, die wir so kennen (MEINS!)


...nochmal nahe dran...


Neue Insel, neue Aussichten. Hier der Pinnacle Rock auf Bartolomé im Sonnenuntergang (hier kommen wir um die Inselzuordnung nicht herum).


Anschließend steuerte ich unser Traumschiff souverän wieder nach Südosten (Man darf ja sicher auch mal träumen auf so einer Reise...)

...und wieder Drachen, hier eine schwarze Meerechse, die überall auf dem Archipel zu finden sind (gehören klar zu unseren Lieblingen und sind neben den Riesenschildkröten die von uns meistfotografierten Inselbewohner).


...und immer wieder Seelöwen. Große und ganz kleine. Wir dachten, diese Tiere hätten wir auf unserer langen Reise schon genügend oft beobachtet. Galapagos allerdings ist anders. Hier hat niemand Angst vor Menschen - auch die Seelöwen nicht...


Corinna mittendrin. Faszinierend ist, dass die Tiere so neugierig sind und zu uns kommen. Man muss einen Mindestabstand von zwei Metern zu allen Tieren einhalten. Dieser gilt aber nur für Menschen. Tiere halten sich oft nicht daran :-)


In der Beschreibung unserer Tour stand auch recht unauffällig etwas von "Möglichkeit zum Schnorcheln". Dass wir diese Gelegenheit jeden Tag mindestens einmal haben sollten, um die Unterwasserwelt zu erforschen, hätten wir uns nicht träumen lassen.


Da unsere Kamera Wasser nicht verträgt, hier ein paar geschnorrte Bilder unseres "Wappentiers" aufgenommen von unserem "Mittaucher" Elad aus Israel. Danke! Mit den großen, grünen Meeresschildkröten zu schnorcheln war ein emotionales Erlebnis.



Wieder festen Boden unter den Füßen wurde es farbenfroh. Die roten Klippenkrabben gibt es in vielen verschiedenen Farbtönen. Leider gehören diese Tierchen nicht zu den Mutigen. Sie mögen keine Paparazzi und sie sind schnell (aber wir noch schneller...)



Die Vogelwelt war durch eine Kolonie Nasca-Tölpel vertreten


Und die Galapagos-Albatrosse finden sich hier zum Brüten zusammen. Von den 14 Albatrosarten ist der Galapagos-Albatros der einzige, der in den Tropen zuhause ist. Praktisch die gesamte Population der 12.000 Albatrospaare lebt auf der Insel Espanola. Beeindruckend! Leider ist keines der Fotos der fliegenden Vögel gelungen - daher eines vom brütenden Tier....


Die Seelöwen haben's uns echt angetan. Wir durften sogar am gemeinsamen Mittagsschläfchen am Traumstrand teilnehmen...



Ja, einige wenige Landschaftsbilder kommen auch vor in dieser Serie. Eine der beiden ganz im Süden gelegenen Inseln ist die Isla Floreana. Klein ist sie und wunderschön. Hier gibt es sehr viele Darwinfinken und einen Traumstrand mit Stachelrochen, die uns zwischen den Füßen herumschwammen.


Nach dem Besuch der Isla Floreana fuhren wir noch zur isla Isabella und schließlich wieder zurück nach Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Das war dann leider schon unser letzter Abend auf dem Traumschiff...


Wehmütig und voller Eindrücke verließen wir nach gut sieben Tagen die Vollpension auf See. Nun hatten wir noch vier Tage auf Santa Cruz geplant, die wir aber schon am zweiten Tag auf eine ganze Woche verlängerten. Wir wollten die Eindrücke verdauen und uns noch ein wenig auf eigene Faust umsehen. Auf Santa Cruz gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel den klitzekleinen Fischmarkt (nur ein Stand) der von verschiedenen Inselbewohnern geschätzt wird.


....und natürlich die bekanntesten Bewohner des Archipels (die haben wir uns aufgehoben zum Schluss): Die Galapagos-Riesenschildkröten. Hier ein kleiner Vertreter, zwei Jahre alt und irgendwie unseren Landschildkröten sehr ähnlich. Allerdings wachsen die Tiere bis zur Geschlechtsreife (ca. 25 Jahre) recht zügig - nämlich bis zu 4cm pro Jahr (danach nur noch wenige Millimeter pro Jahr).


...100 oder 150 Jahre später sieht man dann so aus (wie links im Bild):



Diese Aufnahmen entstanden in einem der Gehege der Charles Darwin Forschungsstation, die hier in der Nähe des Ortes liegt. Ich glaube, wir waren vier- oder fünfmal dort - es ist einfach toll, nur dazusitzen, und den beeindruckenden Tieren zuzusehen. Manchmal gibt es auch "Action" in der Familie. Hat schonmal jemand eine Riesenschildkröte stöhnen gehört? Es ist laut! (Allerdings sollte man meinen, dass man im Alter von 150 Jahren vorn und hinten auseinanderhalten kann - so wird das wohl nix mit der Fortpflanzung....).

Abwechslung auch in der Darwinstation: Ein Darwinfink ließ sich von uns fotografieren. Von den 13 Arten von Darwinfinken gibt es jeweils noch zahlreiche Unterarten - und alle gibt es nur hier auf Galapagos!

Neben der Darwinstation faszinierte uns noch ein weiterer Ort: Die etwa drei Kilometer entfernt liegende Tortuga Bay, die man zu Fuß erreichen kann und die tagsüber zu besuchen ist. Nachts kommen hier die grünen Meeresschildkröten zu Eiablage. Da sind Besucher unerwünscht. Tagsüber tummeln sich jedoch andere Freunde des weißen Tropenstrandes....


...beim Shooting erwischt...

Am Ende des Strandes wachsen Mangroven in den Ozean hinaus. Hier leben zum Glück keine Salzwasserkrokodile, wie in Australien, aber viele andere Tiere fühlen sich im Schutz der Mangroven wohl, wie verschiedene Vogelarten, Krabben und auch die schwarzen Meerechsen.




Leider vergeht auch im Paradies die Zeit und so sind unsere zwei Wochen voller Eindrücke in der einzigartigen Welt der Tiere nun zuende. Morgen fliegen wir wieder in die Wirklichkeit zurück, nach Guayaquil, wo (hoffentlich) unser Auto auf uns wartet, vermutlich unter einer Schicht Vulkanasche, die der nahe Vulkan Tungurahua vor einer Woche auf die Stadt gespuckt hat. Zeitweise war der Flughafen geschlossen, die Hauptverbindung nach Quito ebenfalls. Spannend... Was uns weiter erwartet, wissen wir noch nicht. Zunächst soll es nach Norden gehen, an der Küste entlang, in Richtung Kolumbien.
Unten sind inzwischen die angekündigten Videos zu finden. Eines zeigt das entspannte Strandleben an der Tortugabay, das andere das "Skypointing" genannte Balzverhalten der Blaufußtölpel.
Hasta la vista,
las tortugas