Montag, 21. Dezember 2009

Glaciar Perito Moreno, Argentinien (18.12.-21.12.09)

Und gleich noch ein Post, weil die Netzverbindung hier hervorragend ist und die "Hauptstraße" in El Calafate neben dem Café Casablanca (Danke für die WLAN-Verbindung :-) ein nettes Plätzchen zum Posten. Neben uns sitzen Menschen an Tischen draußen in der Sonne und klappern mit Geschiirr, wir mit offenem Fenster auf unseren eigenen Sesseln. Nett hier.

Der Glaciar Perito Moreno verdient einen eigenen Post. Hier haben wir zwei volle Tage lang mit der Kamera im Anschlag auf der Lauer nach abbrechenden Eismassen gelegen. Corinna nutzte die Zeit zum Philosophieren: "Schon seltsam, dass da Menschen stundenlang auf das Eis starren, in der Hoffnung, dass ein wenig davon herunterfällt.....". Recht hat sie. Es war aber toll, seltsam zu sein - auch für sie ;-)

Das Wetter spielte zumindest größtenteils mit. Heute am dritten Morgen nervte uns der elektronische Hahn um 6.00 Uhr aus dem (kurzen) Schlaf. Wir schliefen direkt oberhalb des Gletschers auf dem Parkplatz. Die ganze Nacht war erfüllt vom Krachen des auf 4km Breite kalbenden Gletschers. Der Vergleich mit dem Truppenübungsplatz Wendisch Evern oder auch einem Sylvesterfest so gegen 4 Uhr (wenn die Böller langsam weniger werden) ist so schlecht nicht. Laut das Ganze und spektakulär. Nun denn. Der gewünschte Sonnenaufgang fand vermutlich statt - leider jedoch nicht bei uns. Es regnete erstmalig auf unserer Reise einmal richtig. Die Nacht war dennoch zuende, da einige andere Reisende die selbe Idee hatten wie wir und zum Sonnenaufgang mit dem Taxi oder Mietauto die 90km von Calafate hierher gekommen sind. Nun sind wir etwas müde und genießen den Ruhetag. Später geht es noch in Richtung El Chaltén, wo wieder Wanderungen warten.

Die nette Bank hat mit eben auch meine Kreditkarte wiedergegeben, die sie mir am Freitag kurz nach Geschäftsschluss abgenommen hat. Sehr schlauer Trick, Leute am Ort zu halten. Die Programmierung des Geldautomaten sollte man auch in D für (Argentinische) Touristen einführen. Gelangweilt haben wir uns jedoch nicht und wir mussten eh wieder durch den Ort. Alles kein Problem.

Vielen Dank an dieser Stelle für all die lieben und teils ausführlichen Weihnachtsmails. Wir haben uns beide sehr gefreut, so viel Post zu bekommen und zu erfahren, wie es den Freunden, den Blumen und dem Klima zuhause geht. Sogar Nussecken haben wir erhalten - leider nur als Foto (zum Wasser-im-Mund-Zusammenlaufenlassen reicht's).

Doch nun einige Bilder dieses gigantischen Gletschers, der im Gegensatz zu den meisten anderen auf der Welt noch wächst. Das ist schön zu sehen - keine Schleifspuren an den Bergwänden, die vom Rückgang zeugen.

Zu breit für's Foto...

Größenvergleich (bis zu 60m hoch ist die Kante)


Das lange Warten lohnt (wenn man gerade in die richtige Richtung schaut...)


Plumps!

Eiszeitfeeling mal im Nebel - auch schön


Die Truhe des Restaurants war ein Foto wert. Vanille, Schoki und "Natur" (rechts)

Und da wir über Weihnachten vermutlich wieder im "Off" sein werden, wünschen wir Euch auf diesem Wege ein wunderschönes Weihnachtsfest. Vielleicht mit frischem Lammbraten?



Wir planen Weihnachten gemeinsam mit unseren Freunden Antonia und Jan im Norden des Nationalparks "Los Glaciares" mit Blick auf das Fitzroy-Massiv zu verbringen. Ganz ruhig, im Freien und ohne Plastikweihnachtsbaum.
Bis ins neue Jahr,
Die Tortugas Corinna und Ralph
PS: Und hier -weil mehrfach gewünscht- noch eine Zugabe aus dem Pinguinland - Die "Pinguinische Variante" von Dinner for one. Natürlich erst zu Sylvester anschauen ;-)


Torres del Paine, Chile (03.12.-18.12.09)

Da sind wir wieder, die beiden glücklichen "Globetrotter". Mit wunden Füßen, schmerzendem Rücken, großer Lust auf eines der legendären Argentinischen Steaks und voller Eindrücke von unserer 11-Tageswanderung durch den einzigartigen Nationalpark "Torres del Paine". Es war grandios! Sogar das viel kritisierte Patagonische Wetter meinte es gut mit uns und unsere überfüllten Rucksäcke beinhalteten nur zwei Teile umsonst: Unsere beiden Regenhosen (es ist jedoch zu empfehlen, diese immer griffbereit zu haben - schon für McMurphy...).
Corinna hatte diese Wanderung über gut 130km und 4.000 Höhenmeter als adäquate Einstimmung in die Wandersaison in den Anden herausgesucht und ich war ehrlich gesagt ein wenig skeptisch, ob unsere Knochen nach sechs Wochen auf dem weichen Autositz darauf positiv reagieren würden. Sie taten es :-)
26kg zeigte die Schafwaage bei meinem Rucksack an, die wir auf dem Wege an einem Baum hängen sahen, 18,5kg bei Corinna (auf die 500g besteht Corinna - auch wenn die Waage vermutlich 20% Ungenauigkeit hat ;-) Jeweils um 30% überladen, würde ich sagen.
Insgesamt über zwei Wochen verbrachten wir im Torresgebiet, zwei Tage davon für die seelische und mentale Vorbereitung auf die Tour und (siehe Bild Nummer eins), weil es einfach geil war, wo wir da standen!!!!. Wir hatten gelesen von Menschen, die sich gar um 4 Uhr morgens aus dem Zelt schleppten, um einen kurzen Blick auch die Torres werfen zu können - wir konnten das auch um 11 Uhr, oder um 16 Uhr oder um 23 Uhr :-) Danke an den zuständigen Wettergott!!!!!!
Wir wollen versuchen, Euch einige Eindrücke zu vermitteln und ein paar Bilder sprechen lassen. Diese Wanderung werden wir jedenfalls nie vergessen - der Park bietet weit mehr als die bekannte Ansicht der majestätischen Torres. Es war einmalig schön.

Zimmer mit Aussicht (nicht abgebildet: Gefühlte Windstärke 9)

Die Beschilderung ist gut und eindeutig!


Blick ins Valle de Ascensio

Einfach nur WOW!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Unser Camp im Märchenwald für zwei Tage. Von hier 20 Schritte konnte man auf die Torres blicken (nicht so nahe wie auf dem Foto davor aber immerhin)


Blick nach oben


Zeitreise zum Campamento Seron. Hinten unser Zelt (nein wir sind nicht mit dem Wagen dort)


Meerschweinchenparadies


Blick auf den Lago Paine


Abstieg (!) vom Pass herunter zum Glaciar Grey. Der Blick auf den Gletscher wurde schlagartig frei, nachdem wir den Pass erreicht hatten. Uns blieb tatsächlich der Atem weg (nicht nur, weil der Wind uns voll von vorn erwischte).


Die Idee, bis zum Campamento Grey zu wandern scheiterte an der Existenz dieses Plätzchens, das das Prädikat 5 Sterne verdient. Wir blieben hier am Campamento Paso. 10cm neben dem Zelt ging es 20m runter - Blick auf den Gletscher im Abendlicht und dann im Sonnenlicht des nächsten Tages. Zeit zum Verweilen!


Das war unser Blick "aus dem Fenster"


Zwei Tage begleiteten wir den Lauf des Eises, dann haben wir es überholt und genossen die Aussicht auf einen der beiden Gletschermünder. Qualitätskontrolle positiv. Eis ohne Lufteinschlüsse!

Was man auf Fotos zum Glück nicht sehen kann sind Körpergerüche. Die 11 Tage waren schon schweißtreibend. So trieb es mich auch ins Gletscherwasser. Klasse Erfahrung (Gesichtsausdruck hat nichts zu bedeuten ;-)

Keine schwarzen Wolken aber Patagonische Spezialanfertigungen aus der Himmelsküche - man kann stundenlang den Himmel beobachten und immer wieder staunen.
Traglast zwei Personen (haben wir befolgt)

Und wieder raus aus dem Nationalpark nach unvergesslichen Tagen ohne Räder. Traglast 1.500kg (wir haben uns etwas leichtgemacht. Hält auch knapp über 3 Tonnen :-)