Hola, da sind wir wieder, dieses Mal mit ein paar Bildern und Geschichten aus der sogenannten Argentinischen Schweiz, die ihrem Namen unserer Meinung nach nicht so ganz entspricht. Abgesehen von der touristisch sehr erschlossenen Gegend um den größeren Ort San Carlos de Bariloche fanden wir doch ganz viel argentinisches Argentinien. Natur ganz nach unserem Geschmack. Heute haben wir einen Fahrtag hinter uns (nun ja, noch nicht ganz, da wir noch ein ruhiges Plätzchen für die Nacht finden müssen) und stehen direkt vor einem Militärstützpunkt. Ich gehe mal davon aus, dass wir nicht gerade deren WLAN-Verbindung misbrauchen. Wenn doch ein herzliches Dankeschön :-)
Vier Militares kamen eben mal schauen was wir hier treiben und waren beruhigt, dass wir uns nicht der Spionage verdächtig machten. Eine aktuelle Meldung vorab: Das Thermometer zeigt 28,4°C, Corinna jubelt. Doch nun zur Reise: Der letzte Post ist entstanden in Futaleufu in Chile. Dort saßen wir einige Tage fest, da der Zoll streikte. Wir genossen die Zeit an diesem sehr schönen Ort und es gelang uns sogar, zwei Kajaks (ohne Guide) zu mieten, mit denen wir den Lago Espolon versuchten zu erobern. Das geschah zunächst auf der Karte und sah nicht so schlimm aus. Der Vermieter (netter Typ) händigte uns dann Neoprenanzüge und Schuhe aus, fragte noch mehrmals, ob wir wissen, was wir tun und half uns dann, die beiden Boote auf's Auto zu schnallen. Warum er besorgt war merkten wir schnell. Wir befanden uns in Patagonien. Da war doch was... ach ja, der WIND! Die sehr unförmigen Kajaks waren sog. "Sit-on-tops" - man saß also oben auf und war dem Geschehen komplett ausgesetzt. Die erste Welle bescherte dann schon die Pfütze auf dem Sitz, die wir die nächsten vier Stunden versuchten aufzuwärmen, was aber durch ständige Spülgänge nicht gelang. Der See ist superschön, doch waren wir nach ca. 6km gegen den Sturm so groggy, dass wir den See überquerten und am gegenüberliegenden Ufer zurückpaddelten. Uaargh, war uns kalt. Tolles Erlebnis dennoch - es geht jedoch nix über ein gescheites Seekajak, wo man trockenen Fußes durch die Wellen brettern kann.
Wir campierten im Flussbett und erholten uns. So, und nun rüber nach Argentinien:
Sonnenaufgang. Konversation am frühen Morgen gegen 5 Uhr im Hubdach: C: "Wow, schau mal, da müsste man mal ein Foto machen!". (R wartet, nichts passiert, draußen waren es etwa 4°C, bei C passiert auch nichts). Aber Recht hatte sie ja schon...sah toll aus, so durch den schmalen Schlitz den wir offen gelassen hatten. na gut, "man" stellte sich 30 Minuten mit dem Stativ in die Kälte und schaute der Sonne beim Aufgehen zu. Das sind zwei der Resultate. 
Und hier so zwischendurch mal die Antwort auf eine sicher von einigen "nicht-Wildcampern" gut gehütete Frage.

Der weibliche Mogli auf Dschungelpfaden. Tolles Wasser, leider so saukalt....
Ja, und dann legten wir einen Zwischenstop ein, bei ECHTEN Travellern. Einige sehr spannende und entspannende Tage verbrachten wir zu Gast bei Familie Schubert. Zufällig (wirklich!!!) trafen wir dort auf Antonia und Jan sowie die beiden Mopedfahrer Ina und Tony. Auf der Estancia wurden wir so liebevoll aufgenommen und kamen jeden Abend superspät ins Bett. So viele Geschichten am riesigen Tisch oder später am Lagerfeuer (das war ein wirkliches Lagerfeuer mit Meterholz unter einem riesigen Felsen). Wer Interesse an der Geschichte von Claudia und Klaus hat: Ihr Buch zur 16-jährigen Reise (!!) auf zwei Yamaha XT500 heißt "Abgefahren". Wir lesen es gerade. Super Bettlektüre, die auch zum Nachdenken anregt.
Abschied fällt schwer, doch die Wildnis lockte wieder....
...mit letzten Sonnenstrahlen vor dem Regen

...doch der nächste Tag war wieder besser im Valle Encantado (dem verwunschenen Tal)

...doch der nächste Tag war wieder besser im Valle Encantado (dem verwunschenen Tal)
An dieser Stelle ein Dank an unseren Dumont-Reiseführer, der so geniale Tips enthält: Hier sind wir im Nationalpark Lanin. Eine 12km Dschungelpiste mit jeder Menge Matsche und Wasserdurchfahrten führte zu einem kleinen "wilden" Zeltplatz am See, wo noch einige Argentinier zelteten. Am nächsten Morgen um 6.00 Uhr standen wir auf (2°C!) und machten uns auf einen einstündigen Fußmarsch zu dieser Stelle hier: Das sind zwei "Wasserhähne", einer warm, der andere heiß - das Ganze mitten im Urwald.
Und das ist der Topf, wo das mit schätzungsweise knapp 40°C warme Wasser sich sammelt - nun mit deutschem und extrem entspannten Inhalt....
....und das ist der Blick nach oben. Wow! Nur wir beide, im Dschungel, im heißen Wasser. Schon das ist eine Reise nach Argentinien wert!!!!!!

Schön sauber ging's dann wieder zurück und ein paar Autostunden weiter nördlich sollte es am nächsten Tag auf einen Berg gehen, von dem man den perfekt geformten Vulkan Lanin sehr gut sehen kann (Lanin bedeutet in der Sprache der Mapuche-Indianer "der Erloschene"). Corinna sprintete bei fast 30°C den nahezu unsichtbaren Pfad hinauf, ich schwächelte. Innen noch zu warm, außen ebenfalls. So eine Temperaturerhöhung war ein bischen dolle. Corinnas kurze Hose als Kopfbedeckung linderte die Hitze von Außen (es sah ja niemand - wir waren den ganzen Tag allein).
Unterwegs tolle Vegetation. Mit zunehmender Höhe wurde alles kleiner aber nicht minder farbenfroh. Hier ein paar rosa Blümelein (botanischer Fachausdruck), darunter ein paar lilafarbene.

Angekommen auf 2146m und nach Erhalt der Belohnung für die Plackerei: Der Blick auf den Lanin!!!!!!



Wir campierten auf einem offiziellen Camp des Nationalparks, das von einer Mapuche-Familie geführt wird. Wir waren die einzigen nicht-Argentinier. Auf meine tollkühne Frage nach Duschen kam ein "Caliente? Si!).
Damit hatten wir nicht gerechnet. Es tuckerte ein Generator der Baumarktkategorie, die Familie wohnte in einem Zwischending aus Zelt und Bretterbude. Der Chefe fragte wann und für wieviele Personen, ich sagte in ca. einer Stunde für zwei, ohne zu wissen warum.
Nach einer knappen Stunde kam er zu uns und meinte, das Wasser sei nun caliente (heiß). Es war schon nach 22.00 Uhr (also später Nachmittag für einen Argentinier). Ein Bretterverschlag stand für uns offen, darin ein Duschkopf, ein Hahn und der Geruch von Holzfeuer. Ich suchte nach der Ursache für den Duft und fand einen urigen Hozofen, der unser Wasser (ein wenig zu sehr) erhitzt hatte. Wieder sauber und müde fielen wir ins Bett.
Damit hatten wir nicht gerechnet. Es tuckerte ein Generator der Baumarktkategorie, die Familie wohnte in einem Zwischending aus Zelt und Bretterbude. Der Chefe fragte wann und für wieviele Personen, ich sagte in ca. einer Stunde für zwei, ohne zu wissen warum.
Nach einer knappen Stunde kam er zu uns und meinte, das Wasser sei nun caliente (heiß). Es war schon nach 22.00 Uhr (also später Nachmittag für einen Argentinier). Ein Bretterverschlag stand für uns offen, darin ein Duschkopf, ein Hahn und der Geruch von Holzfeuer. Ich suchte nach der Ursache für den Duft und fand einen urigen Hozofen, der unser Wasser (ein wenig zu sehr) erhitzt hatte. Wieder sauber und müde fielen wir ins Bett.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter, in das Revier der wundersamen und urzeitlichen Araukarien, den Bäumen, die bei uns zuhause als 2m-"Bonsais" in manchen Vorgärten zu finden sind. Übrigens sind das die Nachfahren der Bäume, die wir vor Wochen schon in versteinerter Form bewundert hatten - noch immer im Nationalpark Lanin.



Zwischendurch immer mal "Chilltime". Das Wetter wird besser, unsere Hängematte (Luxus-gegenstand!!!) kommt zum ersten Mal zum Einsatz und bereitet sichtlich Freude.
...das ist der dazugehörige Nachtplatz. Ein rauschender Fluss, ein paar Weiden, Sandstrand und nur wir beide ;-)
Ja, soviel für heute. Es ist wieder spät geworden und wir wollen noch aus dem kleinen Ort Chos Malal verschwinden. Es geht in Richtung Norden in die Region Cuyo, die Region des Weins, der Wüste und des wilden Westens. Wir sind gespannt.
Die Tortugas



























