Buenas noches aus Peru!
Hier kommt er nun, unser vorerst letzter Post über Chile, konkret über den nördlichen Zipfel, der im Osten von Bolivien, im Westen vom wilden Pazifik und im Norden von Peru eingerahmt wird. Natürlich hat dieser "Abstecher" -wie immer- mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant war. Doch Zeit haben wir ja noch reichlich, wir zählen heute gute 5 1/2 Monate auf Reisen....
Mit dem Paso Sico überquerten wir die Anden mal wieder auf weit über 4.000m. Auf der chilenischen Seite erwartete uns salzig weiß der Salar de Atacama.
Der Salar lockte uns mit seiner Lagune, an der drei verschiedene Flamingoarten anzutreffen sind. Den ganzen Tag über war es bewölkt und wir waren schon enttäuscht, auch zum Abend kein schönes Licht zu bekommen. Am Gebäude der Nationalparkverwaltung noch diskutierten wir, ob der Besuch überhaupt lohne. Dann tauchte die Sonne unter der Wolkendecke hindurch und schenkte uns eine halbe Stunde fulminates Fotografenlicht. Wir wussten nicht, wo wir hinschauen sollten. Sunset hier, rot beleuchtete Vulkane dort, das schimmernde Salz überall, dann noch eine Gruppe Flamingos im Landeanflug über uns. Praktisch wären drei Kameras und sechs Augen sowie drei Zeigefinger für die Auslöser gewesen.....






Die Nacht verbrachten wir ein paar Kilometer vor dem Tor zum Nationalpark noch auf dem Salar. So viele Eindrücke hatten wir zu verarbeiten, dass wir noch bis zum Nachmittag des nächsten Tages dort blieben. Der 360°-Blick war so weit.... sicher mindestens 50km nach Nord und Süd und mehr als 30km nach Ost und West. Der Salar liegt eingebettet zwischen hohen Vulkanen und man fühlt sich darauf ein wenig wie in einem riesigen Krater. Unbeschreiblich schön!
Nun wünschten wir uns eine Dusche und wir fuhren in die Oase San Pedro de Atacama. Dort hatten wir den letzten Post geschrieben und saßen dafür in einem Restaurant mit etwas zu viel Wein und rochen nach Kaminfeuer, heute dekadent und frisch geduscht in einem Hotelzimmer in Ariquipa, Peru.
Spät erst kamen wir nach unserem Restaurantbesuch zum Auto zurück, das auf einem Campingplatz mitten im Ort stand. Corinna ging duschen, ich räumte noch etwas herum, plötzlich wankte das Auto einmal, dann nochmal und ich stellte fest, dass wir Besuch bekommen hatten, der sich nur mit Gewalt aus unserem "Flur" bewegen ließ. Kaum hatte ich die beiden kräftigen Hunde herausgehoben, war einer von beiden wieder drin. Macht sich doch gut so ein Wachmann gelle?

Wieder hundelos und ausgeschlafen (wenngleich leicht verkatert...) ging es dann gegen Nachmittag weiter. Wir hatten Schwierigkeiten, uns von San Pedro zu lösen. Der Ort ist irgendwie nett und "chillig". In der Nähe gibt es eine Inkafestung zu besichtigen, was wir auch taten. Neben den alten Steinen gab es dort auch einen Wanderweg auf einen Aussichtspunkt, der mit einigen Indianerköpfen ausgestattet war.

Der Blick von oben ins Tal war den mühsamen Aufstieg wert.
Viel zu spät machten wir uns auf den Weg zum nahen "Valle de la Luna". Wegen der späten Stunde hatten wir nur Zeit für einen Teil der interessanten Fels- und Sandformationen, bevor wir dann zum "Showdown", dem Sonnenuntergang, hoch oben auf einem Felsen saßen, weit weg von den Touris, die in Kleinbussen pünktlich zum Sonnenuntergang bis zu einer großen Düne gekarrt werden, um dort oben dann -nicht ganz allein- das Naturschauspiel zu erleben. Die folgenden Bilder sind also nicht vom empfohlenen Standpunkt aufgenommen ;-)



Die folgende Nacht verbrachten wir nicht auf dem Campingplatz. Mit frischem Wasser und Lebensmitteln versorgt (2kg Vollkornbrot!!!) suchten wir uns einen Stellplatz in der Wüste. Am nächsten Morgen brachen wir zu einem neuen Abenteuer auf - zum Geysirfeld "El Tatio". Dieses liegt knappe drei Autostunden entfernt und ist über eine mörderische Wellblechpiste zu erreichen. Die Geysire sind touristisch gut erschlossen und werden zum Sonnenaufgang besucht. Da wir keine Lust hatten, um drei Uhr morgens aufzubrechen und eine uns nicht bekannte Holperstrecke in der Dunkelheit zu fahren, beschlossen wir tollkühn, dort oben zu nächtigen. Problem: Es liegt auf schlappen 4.250m Höhe. Wir atmeten noch ein paarmal gut durch und machten uns auf dem Weg. Oben angekommen, begrüßte uns eine ältere Indianerin und zeigte uns am neu errichteten Refugio, wo wir windgeschützt campieren dürften. Neben ihr waren noch zwei weitere Indianer dort - sonst niemand. Das Naturreservat wird von den Indianern selbstständig verwaltet.





Die folgende Nacht verbrachten wir nicht auf dem Campingplatz. Mit frischem Wasser und Lebensmitteln versorgt (2kg Vollkornbrot!!!) suchten wir uns einen Stellplatz in der Wüste. Am nächsten Morgen brachen wir zu einem neuen Abenteuer auf - zum Geysirfeld "El Tatio". Dieses liegt knappe drei Autostunden entfernt und ist über eine mörderische Wellblechpiste zu erreichen. Die Geysire sind touristisch gut erschlossen und werden zum Sonnenaufgang besucht. Da wir keine Lust hatten, um drei Uhr morgens aufzubrechen und eine uns nicht bekannte Holperstrecke in der Dunkelheit zu fahren, beschlossen wir tollkühn, dort oben zu nächtigen. Problem: Es liegt auf schlappen 4.250m Höhe. Wir atmeten noch ein paarmal gut durch und machten uns auf dem Weg. Oben angekommen, begrüßte uns eine ältere Indianerin und zeigte uns am neu errichteten Refugio, wo wir windgeschützt campieren dürften. Neben ihr waren noch zwei weitere Indianer dort - sonst niemand. Das Naturreservat wird von den Indianern selbstständig verwaltet.
Bevor es ganz dunkel wurde, fuhren wir noch zum nahen Thermalpool und badeten etwas. Zurück am Refugio, lud uns die Indianerin ein, die Küche zu benutzen. Wir nahmen dankend an und luden die Indianer zum Dank zu Suppe und Brot ein, was sie zu unserer Freude annahmen. bei Kerzenschein verbrachten wir einen netten Abend in der gemütlichen Küche.
Die Nacht war durch die Höhe schlafarm aber nicht so schlimm, wie wir befürchtet hatten. Um 5.30 Uhr krähte der elektronische Hahn. Draußen war finstere Nacht, das Thermometer zeigte minus 5,5°C. Ein paar Kerzen erhellten die Fenster des Refugios, Schritte waren zu hören. Es ging los. Um 5.50 Uhr kam der erste Minibus, um 6.30 Uhr waren derer etwa zehn da. Frierende Menschen tummelten sich auf dem Parkplatz. Au Weia! Aber wir waren gewarnt worden. Spontan entschlossen wir uns zu drastischen Maßnahmen: Chemische Kampfstoffe mussten her. Die waren schnell gefunden. Ich drehte den Zündschlüssel. Nach dem dritten Anlauf entschieden sich dreienhalb Zylinder dazu zu zünden, die restlichen sorgten dafür, dass der Parkplatz so flächendeckend eingenebelt wurde, dass wir ihn in Ruhe und ohne Publikum verlassen konnten - die Busse flüchteten.
Die Nacht war durch die Höhe schlafarm aber nicht so schlimm, wie wir befürchtet hatten. Um 5.30 Uhr krähte der elektronische Hahn. Draußen war finstere Nacht, das Thermometer zeigte minus 5,5°C. Ein paar Kerzen erhellten die Fenster des Refugios, Schritte waren zu hören. Es ging los. Um 5.50 Uhr kam der erste Minibus, um 6.30 Uhr waren derer etwa zehn da. Frierende Menschen tummelten sich auf dem Parkplatz. Au Weia! Aber wir waren gewarnt worden. Spontan entschlossen wir uns zu drastischen Maßnahmen: Chemische Kampfstoffe mussten her. Die waren schnell gefunden. Ich drehte den Zündschlüssel. Nach dem dritten Anlauf entschieden sich dreienhalb Zylinder dazu zu zünden, die restlichen sorgten dafür, dass der Parkplatz so flächendeckend eingenebelt wurde, dass wir ihn in Ruhe und ohne Publikum verlassen konnten - die Busse flüchteten.
Geschätzte viereinhalb Zylinder und sechzehn PS brachten uns noch zwei Kilometer weiter bis kurz vor die Geysire, dann blieb die Fuhre ganz stehen und wir mussten den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen - der Treibstoff war geflockt. Doch die Sonne kam und das Schauspiel was sich uns beiden bot, machte die schlecht geschlafene Nacht und das Frieren wett....



...nicht Pamukkale in der Türkei sondern eine Bonsaiversion davon neben einem der Geysire...
Wir kochten uns Tee in der wärmenden Sonne und toasteten uns ein paar Stücke Brot. Nach dem Frühstück waren wir wieder allein im Geysirfeld. Es blubberte und sprühte nur für uns. Tortuga sprang an, als wäre nix gewesen und wir fuhren nochmal zu unserem Pool, den wir wieder ganz für uns hatten.
Eine aufregende und sehr schmale Bergpiste führte uns in Richtung Westen. Am nächsten Morgen erreichten wir den wilden Pazifik und erholten uns dort erst einmal von der dünnen Luft. Das Wetter war zwar nicht fotogen aber ganz angenehm. Ca. 20°C lässt der Küstennebel hier zu, der zu dieser Jahreszeit praktisch ununterbrochen die Küste verhüllt. Etwas doof für den Fotofreund....die 6m-Wellen (!) kann man nur schlecht erkennen. An Baden ist da nicht zu denken.
Wir trödelten die Küste hinauf bis nach Iquique, wo wir auf dem Hof einer Paraglidingschule campierten (Tip von den Pelicanos - danke Euch). Die Paragliger starten von ganz oben auf fast 600m (Foto) und fliegen bis hinunter zur Schule (etwa 60m). Klasse Panorama - auch von da unten. Wir blieben mal wieder hängen und lernten Brigitte und Wolfi in ihrem toll ausgerüsteten Landcruiser kennen. Derzeit reisen wir gemeinsam (http://www.monstertoyo.com/)
Iquique selbst ist ganz nett, hat uns aber nicht vom Hocker gehauen. Der Seelöwenkolonie unten am Hafen kann man jedoch stundenlang zuschauen (und -hören).


Wieder atmeten wir tief durch und bereiteten uns seelisch auf ein weiteres Sauerstoff-Verzicht-Abeteuer vor. Eine "kleine Runde" führte uns wieder weg von der Küste ins Reich der Vulkane und Thermalquellen. Erstere versteckten sich hinter dicken Schneewolken, letztere waren wohl temperiert für uns.


Wieder atmeten wir tief durch und bereiteten uns seelisch auf ein weiteres Sauerstoff-Verzicht-Abeteuer vor. Eine "kleine Runde" führte uns wieder weg von der Küste ins Reich der Vulkane und Thermalquellen. Erstere versteckten sich hinter dicken Schneewolken, letztere waren wohl temperiert für uns.
Ab 4.000m fühlen sich diese dicken hellgrünen "Kissen" wohl, die einen herrlichen Kontrast zu den verschiedenen Brauntönen der vegetationsarmen Landschaft schaffen.

...wir erreichten den Salar de Surire...


...wir erreichten den Salar de Surire...

...fanden die von Antonia und Jan beschriebene Stelle und stürzten uns ohne Fragen in die über 40° heiße Riesenbadewanne. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Dieser Platz verdient ganz klar 11 von 10 möglichen Tortugapunkten!!
....so sieht das von der anderen Seite aus. Hier kocht das Wasser allerdings noch im türkisfarbenen Pool.

....und mit Fußbodenheizung geht das auch auf 4.300m mit dem Überleben. Vor dem Schlafengehen nochmal ordentlich durchglühen und am Morgen noch vor Sonnenaufgang (Foto) sprang Corinna mit Geschrei gleich wieder rein. Dazu sei jedoch gesagt, dass derjenige mit der Kamera nackt und barfuß bei minus 3°C nur ein ganz schnelles Foto gemacht hat....

....und mit Fußbodenheizung geht das auch auf 4.300m mit dem Überleben. Vor dem Schlafengehen nochmal ordentlich durchglühen und am Morgen noch vor Sonnenaufgang (Foto) sprang Corinna mit Geschrei gleich wieder rein. Dazu sei jedoch gesagt, dass derjenige mit der Kamera nackt und barfuß bei minus 3°C nur ein ganz schnelles Foto gemacht hat....
...nach dem lebenspendenden Bad hat man dann doch mehr Muße für's Fotografieren...
Von dieser nördlichsten Stadt Chiles wagten wir dann den Schritt ins Neue Land- nach Peru. Wir werden sicher bald etwas zu erzählen haben.
Hasta la vista,
Las Tortugas











